MIS LUXUS LÄBE

June 25, 2018

Luxus heisst ja für jeden etwas anderes, sagt man so schön. Aber es gibt einige Dinge, die wahrscheinlich für alle Menschen als Luxus gelten, zum Beispiel Traumferien in einem 5-Sterne Hotel, edler Schmuck oder ein Wellnesswochenende. Die sogenannten 'Rich Kids von Instagram' haben dann wahrscheinlich noch einen vergoldeten Lamborghini und eine diamantenbesetzte Toilettenschüssel auf ihrer Liste. Für die normaleren Menschen ist Luxus aber vielleicht auch einfach gemütlich mit einer Tasse Tee oder einem Glas Wein auf dem Sofa sitzen und ein gutes Buch lesen. Zeit gilt sowieso immer mehr als Luxus, egal ob für sich zur Selbstverwirklichung oder für die Familie und Hobbys. Aber in anderen Regionen auf dieser Welt ist Luxus dann plötzlich etwas ganz anderes, sauberes Wasser zum Beispiel und genug zu Essen. Doch es kommt nicht nur auf den eigenen Wohnort und das Portmonnaie seiner Eltern an, was Luxus heisst.

Die eigenen Definitionen für Luxus kann sich auch jederzeit ändern, zum Beispiel bei einer schweren Krankheit oder einem Schicksalsschlag.  Was für mich als Mami (und ich bezeichne das weder als Krankheit noch als Schicksalsschlag) Luxus heisst, habe ich euch hier zusammengetragen:

 

1. Alleine aufs WC

Der Klassiker unter den Mamis. Einfach mal alleine auf dem WC sitzen und zwar so lange, wie man muss oder will. Ohne dass das Traum-Baby auf dem Schoss sitzen  und Geschichten hören will, zwischen den Beinen rumturnt und WC Papier abrollen oder die WC-Bürste abschlecken will und ohne dass es vor der Tür wartet und man die Blase mit Superhochdruck entleert, damit man schnellstmöglich wieder einsatzfähig ist. Vom grossen Geschäft in Ruhe erledigen fange ich gar nicht erst an! In den letzten gut 16 Monaten hatte ich vielleicht zehn Mal meine Ruhe auf dem Klo (die Papis erreichen da wie durch Wunder irgendwie die viel höheren Zahlen...)

 

2. In Ruhe duschen

Ich bin eine Abendduscherin. Jetzt denkt ihr vielleicht, alles kein Problem, dann kannst du ja duschen, wenn dein Kind schläft. Tja, so einfach ist das nicht. Traum-Baby hat nämlich einen total unberechenbaren Schlaf. Wenn ich also am Abend alleine zu Hause bin und unter die Dusche hüpfe, wenn sie schläft, dann höre ich sie spätestens nach 40 Sekunden weinen. Also schalte ich das Wasser aus und lausche... Nichts, Fehlalarm. Aber eine Minute später höre ich sie wirklich. Wasser aus und lauschen... Nein, doch wieder nur eingebildet. Trotzdem einfach noch schnellschnell abspülen und raus, vielleicht kommt sie ja wirklich bald. Und einmal kam es tatsächlich vor, dass sie geweint hat, als ich unter der Dusche stand. Wenn ich aber duschen gehe, wenn sie wach ist, dann bekomme ich einfach meistens sehr schnell Besuch, meine Tochter planscht nämlich fürs Leben gerne. Das ist auch nicht entspannend und nachher gibts immer viel aufzuwischen.

 

3. Vorne sitzen im Auto

Über ein Jahr lang war mein Platz hinten im Auto. Denn Autofahren ging einfach sowas von gar nicht und auf gar keinen Fall wenn nicht Mami die Dauerbespasserin daneben spielt. Mein Mamipflichtgefühl hat sogar meistens dafür gesorgt, dass ich die Autofahrt ohne zu viel Übelkeit überstehe, was sonst häufig der Fall ist, wenn ich hinten sitze. Bei meinem Mann klappt das nicht (ob das am fehlenden Mamigefühl oder an meinem Fahrstil liegt weiss ich nicht). Deshlab war auch nichts mit abwechseln. Als ich also nach der Geburt plötzlich wieder mal vorne im Auto sitzen konnte, fühlte ich mich richtig erwachsen! Heute ist das zum Glück meistens wieder Standard, mit dem nach vorne gerichteten Kindersitz findet Traum-Baby Auto fahren ganz ok.

 

4. Ohne Kind unterwegs sein

Sogar zum Zahnarzt gehen macht Spass, wenn man dafür ohne Kind unterwegs ist. Habe ich zumindest so empfunden. Das allerste Mal alleine Zug fahren ohne Kind hatte ich einige Monate nach der Geburt, als wir zuerst alle gemeinsam nach Zürich fuhren und mein Mann dann früher mit unserer Tochter zurück ging. Ich sass im Zug und dachte nur: "Wow, pure Freiheit, kein Kind zum stillen, streicheln, bespassen! Einfach nur ich (und die anderen, aber die können mir egal sein, weil ich keine Angst haben muss, dass sie durch Babyweinen gestört werden)". Ein unbeschreibliches Gefühl von Freiheit, plötzlich kann man in Ruhe auf dem Handy surfen, ohne Unterbrechung eine Zeitung lesen oder einfach dasitzen und nichts tun.

 

5. Den ganzen Tag saubere Kleidung anhaben

Meine Tochter hatte meistens saubere Kleidung an, zumindest im Babyalter. Sobald sie sich voll gekötzelt hatte, ging ich sie umziehen. Heute habe ich einfach Dräcklichleider für den Sandhaufen oder so. Aber wie siehts bei mir aus? Naja, meistens fehlte mir einfach die Zeit überhaupt in den Spiegel zu schauen und falls ich doch mal eine Zufallsentdeckung von einem Fleck (die lange Liste der möglichen Ursachen von einem Fleck auf der Kleidung, wenn man ein Baby hat, fange ich jetzt nicht an aufzuzählen) war ich meistens zu müde, um die Kleidung zu wechseln. Oder Traum-Baby brauchte mich gerade. Oder ich hatte Zeit, aber auf dem Weg zum Kleiderschrank vergessen, was ich eigentlich machen wollte. Und falls ich doch mal saubere Kleidung anhabe, dann dauert es garantiert nur fünf Minuten, bis der nächste Böög, die nächste Schlammhand oder das nächste Schoggimuul in die Nähe kommt und schon wächst der Wäscheberg wieder ein Stück an.

 

6. Wochenende haben

Muttersein ist ein 24-Stunden Job. Das bedeutet auch, dass es kein Wochenende gibt. Der Vorteil, man findet Montage nicht scheisse, denn zwischen Sonntag und Montag gibt es keinen grossen Unterschied. Aber man kann sich auch nicht aufs Wochenende mit ausschlafen und nichtstun freuen. Klar, wenn der Mann frei hat und helfen kann, dann gibt es schon ein bisschen Entspannung. Aber es ist schon nicht mehr das Gleiche wie früher. Zum Glück ist alles nur eine Phase (Haupt-Mantra von allen Eltern) und irgendwann ist meine Kleine so gross, dass sie ein Wochenende bei den Grosseltern schlafen kann und mein Traum-Mann und ich mal wieder richtig Wochenende haben!

 

7. Einen Film schauen

Ich habe schon einige Filme geschaut seit der Geburt. Denn ich gehöre nicht zu den Mamis, die finden, ein laufender Fernseher schädigt mein Kind für immer und ewig. Wenn meine Tochter am Abend also zufrieden am Spielen ist, dann kommt es vor, dass mein Mann und ich (oder nur ich) anfangen einen Film zu schauen. Aber genau auf diesem Anfangen liegt die Betonung. Denn einen ganzen Film am Stück und ohne Unterbrechung oder Rückspulen, weil man durch das Weinen, Brabbeln oder Quietschen den letzten Satz nicht verstanden hat, das gibts fast nicht mehr. Und auch wenn Traum-Baby im Bett ist und schläft, gibts garantiert eine Unterbrechung, weil nach 40 Minuten schon langsam Mal Zeit ist, um wieder aufzuwachen und nach Mami zu schreien. Klar, mit Babysitter kann man dafür mal ins Kino, dort gibts zwar auch eine Unterbrechung, aber in der kann man überteuerte Snacks und Getränke kaufen, das ist ja ok. Aber einfach so gemütlich am Abend auf dem Sofa sitzen und Heimkino geniessen, ist nicht mehr wirklich drin (ausser man schickt den Babysitter raus zum spielen).

 

Habe ich bei meiner Auflistung etwas vergessen? Wie sieht euer Luxus-Leben aus? Ich freue mich darauf, von euch zu lesen!

 

Euer Traum-Mami

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