UND ES GAHT WIEDER LOS

October 1, 2018

Mit einem Kind erlebt man hunderte von ersten Male. Die hier aufzulisten bringt nichts, alle die selber Kinder haben kennen sie und alle die keine Kinder haben, kennen sie wahrscheinlich auch, weil jemand aus ihrem Umfeld mit Kindern davon berichtet hat (oder sie haben keine Kinder im Umfeld und dann haben sie auch absolut kein Interesse an diesen Infos und sind wahrscheinlich auch nicht diesen Blog am lesen). Doch es gibt ein erstes Mal nach der Geburt, von dem ich euch gerne berichten möchte. Ich bin nämlich der Meinung, dass darüber viel zu wenig gesprochen wird, dass das ein Tabuthema ist in der Gesellschaft und dies obwohl dieses Thema Milliarden von Menschen betrifft.

 

Besuch der roten Tante

Keine Angst, es geht nicht um Sex, das geht euch nämlich wirklich nichts an. Nein, es geht um das Erste Mal, dass nach 673 Tagen meine Menstruation wieder begonnen hat. Fragt ihr euch jetzt, ob  euch das mehr angeht als mein Sexleben? Vielleicht... Denn während ich der Meinung bin, dass man sehr viele Informationen zum Sexleben nach der Geburt findet, so war ich doch irgendwie alleine, als ich mit meiner ersten Mens nach der Geburt konfrontiert war. Mit Mami-Freundinnen spreche ich darüber, wann und wie man Sex hat, aber nicht, wann und wie die Mens wieder kam. Dass die Mens so lange ausbleiben kann, wusste ich. Schliesslich stillte ich mein Traum-Baby auch mit Jährig noch sehr oft, vor allem in der Nacht nach wie vor zweistündlich. Und dass die Stillhormone den Eisprung hemmen können, wusste ich auch. Ebenso, dass Stillen dennoch keine sichere Verhütung ist, denn schliesslich passiert der erste Eisprung vor der ersten Mens und somit weiss man halt nie, ob es nicht doch schon so weit ist. Nachdem wir im Februar also den ersten Abstillversuch in der Nacht unternommen haben und ich das erste Mal nach über 12 Monaten längere Stillpausen hatte, war mein Körper (zumindest die weiblichen Geschlechtsorgane) bereit, sich auf ein allfälliges nächstes Kind vorzubereiten. Ich blutete zum ersten Mal nach fast zwei Jahren wieder (mal abgesehen von dem wortwörtlichen Blutbad nach der Geburt und dem relativ schwachen Wochenfluss danach). Und die Heftigkeit meiner Regelblutung hat mich richtig aus den Socken gehauen. Vor der Schwangerschaft war meine Mens jeweils ein armseliges Getröpfel (hat mich aber nie gestört). Maximal vier Tage und die Blutung war jeweils so schwach, dass ich theoretisch den Tampon den ganzen Tag hätte drinbehalten können. Als es nach der Geburt wieder losging, war bereits nach kurzer Zeit der Tampon überfüllt und lief aus. Notfallmässig schickte ich meinen Mann los, superultraxxlstarke Tampons zu besorgen. Und am besten auch gleich in einer Riesenaktionspackung, damit ich für alle Zeiten gerüstet bin.

 

Alternative zu herkömmlichen Hygieneartikeln

Doch dann überlegte ich mir, ob ich es nicht mit einer Menstasse versuchen soll. Das ist schliesslich deutlich umweltfreundlicher, preiswerter und je nach Quellenangabe auch hygienischer, angenehmer und sowieso viel besser. Für alle die es nicht kennen, es ist einfach ein kleiner Topf, den man in die Scheide schiebt und der dasBlut auffängt, bevor es rausläuft). Die Auswahl ist riesig, es gibt alle möglichen Farben, Grössen und sogar bei den Formen gibt es einen gewissen Spielraum. Sofort stellte sich mir natürlich die Frage, was ich für eine Grösse brauche. Eine grobe Einteilung ist klein für solche Frauen die noch nicht geboren haben oder einen Kaiserschnitt hatten und gross, für alle die bereits mindestens eine Geburt hatten. Doch dann gibt es noch mini, midi, maxi oder s, m, l und xl und so weiter. Ich konnte mich nicht recht entscheiden und bin deshalb nach Design gegangen. Ich habe mir einen glitzernden!!! Lady Cup (so heisst die Menstasse auf cool-Deutsch) bestellt. Bis jetzt stelle ich mich aber zu mind. 70 Prozent noch zu doof an, die Tasse sitzt nicht richtig, geht nicht richtig auf oder ist sonst irgendwie nicht so, wie ich es gerne hätte.

Die restlichen 30 Prozent bin ich allerdings begeistert. Wenn ich es geschafft habe, die Menstasse genau richtig zu platzieren, dann kann ich den ganzen Tag oder die ganze Nacht damit unterwegs sein, nichts läuft aus, nichts riecht und nichts drückt. Und dabei habe ich das schöne Geheimwissen, dass in meiner Scheide etwas am glitzern ist, während genau der Zeit, in welcher die Gesellschaft und die Medien uns Frauen als unsauber und leidend darstellen will.

 

Die perfekte Lösung nochnicht gefunden

Ich kann leider noch keine Lobeshymmne auf die Menstasse verfassen, wie bereits geschrieben ist es noch zu selten wirklich perfekt. Aber auch wenn sie nicht immer optimal sitzt ist es trotzdem noch nicht schlechter als ein Tampon. Schliesslich spielt es keine Rolle, ob ich beim Toilettengang den Tampon wechsle oder schnell die Menstasse neu ausrichte (zumindest zu Hause, in öffentlichen Toiletten, wo man sie nicht einfach schnell unter dem Wasserhahn abspülen kann (es sei denn man hat kein Problem mit blutigen Fingern und heruntergelassenen Hosen aus der Kabine zum Waschbecken und zurück zu watscheln), ist es nicht so praktisch).

Und mittlerweile habe ich mir überlegt, ob ich vielleicht gar nicht zu doof bin, sondern mein Lady Cup einfach zu gross ist für meine Scheide. Wenn ich mal nicht mehr mit der Bespassung meines Traum-Babys, dem Haushalt, dem Blog-Schreiben und meinen anderen 38'652 Verpflichtungen beschäftigt bin, werde ich mich auf die Suche nach einem anderen Modell begeben.

Ach ja, meine Mensstärke hat sich übrigens wieder auf das altbekannte Ausmass zurück entwickelt. Somit ist meine riesen Megaaktionspackung mit extra superplus starken Tampons doppelt unnötig. Aber ein bisschen trauere ich schon der mensfreien Zeit der letzten Jahre nach. Jeden Monat zu bluten, egal wie stark und wie man den Blutfluss auffängt, nervt schon ein bisschen.

 

Ich hoffe, dass ich euch mit meinem vampirmässig angehauchten Blog nicht abgeschreckt habe. Natürlich ist das ein nicht alltägliches Thema. Doch in Anbetracht der Tatsache, dass eigentlich jede Frau damit konfrontiert ist und mehr als die Hälfte der Menschen auf diesem Planeten weiblich sind, gibt es eigentlich keinen Grund die blutrünstigen Lebensphasen stillzuschweigen.

 

Natürlich freue ich mich, falls auch ihr die durch die Werbung blaugeschönten (im Ernst, weshalb nimmt man immer blaue Flüssigkeit in der Werbung, um die Saugfähigkeit der Hygieneartikel unter Beweis zu stellen? Sind die eigentlich nur für Royals gedacht?) Regelblutungen richtig stellen möchtet. Seid ihr auch von einer übermässigen Stärke überrascht worden? Und wie lange hat es bei euch nach der Geburt gedauert, bis die Menstruation wieder eingesetzt hat?

 

Ich freue mich auf eure Kommentare

Euer Traum-Mami

 

 

 

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