MUSIG FÜR DI CHLIINE

October 11, 2018

Ich mag Musik. Warum kann ich nicht sagen, liegt wahrscheinlich in den Genen. Ich singe gerne (entweder dort wo mich niemand hört oder in einem Chor, wo ich in der Masse untergehe), habe als Kind Blockfötenunterricht, Querflötenunterricht und später am Gymi dann auch noch Klavierunterricht genommen (und zu Hause nie geübt, deshalb kann ich alle Instrumente nur so ungefähr ein bisschen irgendwie spielen). Am Gymi hatte ich auch den Schwerpunkt Musik und gaaaaanz viele Sachen zur Musiktheorie und -geschichte gelernt und von diesen Sachen auch wieder gaaaanz viel vergessen. Bei einem Musikstück, egal aus welcher Epoche und Stilrichtung, bewundere ich nicht die unglaublich tolle Akordfolge, den kreativen Tempowechsel oder virtuouse Tonmodulation sondern ich entscheide einfach für mich, ob es mir gefällt oder nicht. Komplettnohne theoretischen Hintergrund, nur ganz alleine meine Wahrnehmung und mein Geschmack.

 

Die Musikbegeisterung wecken

Damit auch meine Tochter meine Freude an der Musik mitbekommt habe ich von Anfang an (also auch schon während der Schwangerschaft) ganz viel für sie gesungen. Als sie dann auf der Welt war und gelernt hat Gegenstände zu halten und halbwegs gezielt zu bewegen haben wir uns auf die Suche nach Instrumenten für sie gemacht. Und all das hat Wirkung gezeigt: Sie liebt Musik auch! Autofahren ohne eine Kinderlieder-CD geht gar nicht, sie singt oft fröhlich vor sich hin und versucht mit allem möglichen Musik zu machen. Seit neustem gehen wir in ein Eltern-Kind-Singen, was sie auch ganz toll findet und deshalb dachte ich, es wäre eine gute Sache mit ihr auch mal an ein Konzert zu gehen.

 

 

Das Zürcher Kammerorchester bietet klassische Konzert für alle Altersstufen an. Für die ganz Kleinen (0 bis 1 Jährig) gibt es die Nuggikonzerte, dann kommen die Krabbelkonzerte für die Ein- bis Dreijährigen und schliesslich noch die Purzelkonzerte für die Altersklasse 3 - 5 Jahre. Daneben gibt es noch weitere Varianten, vor allem für Kinder ab fünf. Ich ging mit meiner Tochter (20 Monate) also in ein Krabbelkonzert. Gekrabbelt sind aber die wenigsten, eigentlich war es eher ein Tapskonzert oder vielleicht auch ein Treppenkletternkonzert. Die Platzwahl ist frei und wir kamen sehr knapp, deshalb war das Parkett unten vor den Musikern, wo es Matten und Kissen gab, schon voll und wir haben uns auf einen Stuhl auf der Tribüne gesetzt.

 

Für manche zu lang

Traum-Baby hat praktisch das ganze Konzert voller Andacht auf meinem Schoss verbracht und zugehört. Ganz angepasst an das Alter des Zielpublikums war es nicht ein 'normales' klassisches Konzert, sondern es war ein vertontes Bilderbuch. Ein lustiger Herr hat sehr lebendig die Geschichte einer alten Frau erzählt, welche ihr Haus viel zu klein und zu eng findet. Untermalt und begleitet wurde die Geschichte von einem Klavier, einigen Streichern und diversen Schlaginstrumenten. So nach etwa 20 Minuten begann meine Tochter dann auch auf der Treppe rumzuklettern. Trotzdem blieb sie ruhig und hat immer wieder gelauscht. Nach einer halben Stunde ist dann aber der allgemeine Lärmpegel deutlich angestiegen. Auch Traum-Baby hat sich angefangen mit anderem zu beschäftigen und das Konzertprogramm studiert. Vielen Kindern war es jetzt zu lang und langweilig oder sie waren einfach Kunstbanausen und nicht für die Feinheiten der klassischen Musik zugänglich. Der Erzähler unternahm noch einen Versuch, die Kinder ein bisschen in die Geschichte einzubinden, doch das verschaffte nicht wirklich Abhilfe. Doch das Konzert war aber nach etwa 40 Minuten sowieso zu Ende und dann wurde noch lange und mehrfach applaudiert, was dann wieder fast alle Kinder mit grosser Begeisterung machten.

 

 

Anschliessend an das Konzert gab es im Foyer noch für alle Kinder ein Brötchen und Sirup so viel der Magen verträgt. All diejenigen welche mit dem Kinderwagen gekommen sind, mussten dann nur noch schauen dass sie ihren eigenen unter den etwa 50 Wagen losbekamen.

Nächstes Jahr werden wir ganz sicher wieder mal an ein Krabbelkonzert gehen. Vielleicht lassen wir uns auch den einen oder anderen Eintritt (ok, das Kind kostet nur 1 Franken, Erwachsene dafür 25.-) zu Weihnachten schenken. Schliesslich ist der Platz bei uns in der Wohnung, wie wahrscheinlich bei fast allen, ziemlich begrenzt, sodass wir nicht unendlich Spielzeug brauchen können. Da sind Konzerttickets für klassische Musik doch ein ideales Geschenk von Grosseltern oder so (natürlich dürfen sie auch gleich mitgehen und Traum-Mami hat frei!)

 

Kennt ihr die Krabbelkonzerte des ZKO? Oder wart ihr mal in einem Nuggi- oder Purzelkonzert? Habt ihr sonst Erfahrungen mit Kindern und Musik, die ihr gerne mit mir teilen möchtet?

 

Ich bin gespannt auf die Berichte!

Euer Traum-Mami

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