GROSSI CHLIINI WELTUNDERGÄNG

March 23, 2019

Nach der strengen Anfangszeit mit kompletter Lebensumstellung beim ersten Kind, häufigem Stillen, wenig Schlaf und einem Kind, dass sich selbst nicht wirklich vorwärtsbewegen oder beschäftigen kann, kommt irgendwann ein Silberstreifen am Horizont. Das Kind kann laufen (was natürlich neue Schwierigkeiten mit sich bringen kann) und mithilfe der Sprache auch meistens verständlich machen, was es möchte. Doch das in dieser Einfachheit wäre ja langweilig. Und das wollte die Natur nicht! Deshalb gibts die 'Trotzphase'. Als Vollzeitmami habe ich natürlich einige Bücher zur Weiterbildung (respektive zur Rettung meiner eigenen Nerven) gelesen und gelernt: Die Trotzphase hat eigentlich nichts mit Trotzen oder sich Auflehnen zu tun. Sondern es geht darum, dass das Kind merkt, was es will und lernen muss, dass es dies nicht immer bekommen kann und die daraus entstehenden Gefühle sozialkonform zu verarbeiten (im Englischen heisst die Phase 'Verzweiflungsphase', was meiner Meinung nach besser passt).

 

Kurzschluss im Hirn

Wenn ein Kind also nicht bekommt, was es möchte, dann ist das für das Kind wirklich ein Weltuntergang. In seiner Vorstellung gibt es keine Alternative zu der von ihm geplanten Variante. Gibt es also auf dem Tisch den blauen Becher anstatt den erwarteten roten, dann ist das für das Kind ein echtes Problem. Sein Hirn kann noch nicht so weit denken, dass es weiss, dass es verschiedene Farben Becher zur Auswahl gibt und es kann sich auch noch nicht so schnell an die neue Situation mit dem blauen Becher anpassen. Folge daraus ist Wut, Frustration, Ohnmacht und Verzweiflung und dies sehr lautstark und meistens mit vollem Körpereinsatz. Und als Traum-Mami (oder Papi) steht man dann daneben und je nach eigener nervlicher Verfassung ist man empathisch dabei und versucht, dass Kind voller Mitgefühl durch seinen Weltuntergang zu begleiten. Oder aber man ist selber schon langsam am ausrasten und versucht entweder den Anfall abzufangen, indem man schnellstmöglich den roten Becher holt oder (in Fällen wo das nicht so einfach möglich ist) einfach abzuwarten, bis es vorbei ist.

 

 

Top Fünf von Traum-Babys Weltuntergängen

Für Eltern ist es nicht immer ganz einfach, den Frust, die Wut, die Trauer der Kinder nachzuvollziehen. Damit nicht-Eltern (oder Eltern von Kindern, die noch nicht in der Trotzphase angekommen sind) das auch verstehen können, habe ich einige von Traum-Babys Ausrastgründen zusammengetragen (und einfach zum noch besseren Verständnis, so Krisen können schnell mal 10 Minuten und länger dauern):

  • Mami hat die Birne aufgegessen: Einmal wollte sie die Birne nicht mehr weiter essen. Nach dem ich drei Mal nachgefragt habe, ob sie die Birne nicht mehr will, ob ich sie fertig essen soll und sie immer ja gesagt hat, habe ich die Birne selbst aufgegessen. Riesenfehler, denn Traum-Baby hat aus welchen Gründen auch immer beschlossen, dass sie doch die Birne selbst hätte fertig essen wollen.

  • Kein Kissen auf dem Wickeltisch: Seit einiger Zeit liegt ein Kissen oben auf dem Wickeltisch, damit Traum-Baby sich nicht immer den Kopf oben anschlägt. Einmal war das Kissen nicht dort, ich wollte vorwärts machen (GROSSER Anfängerfehler, wenn man schnell machen will mit einem Kind, geht es immer langsamer als man sich vorstellen kann) und beruhigte sie, dass ich gut aufpasse beim Windelwechseln und sie sich den Kopf sicher nicht anschlägt. Endete in einem 20 minütigen Weltuntergang und einem verpassten Zug.

  • Essen zerbricht: Dieses Problem ist schon mehrfach aufgetaucht. Egal ob ein Guetzli, ein Salzfischli oder auch eine Brotscheibe, wenn es kaputt geht über das normale Abbeissen hinaus, dann ist das sehr schlimm. Und vor allem auch, weil weder Mami noch Papi das wieder flicken können, Mami und Papi müssen doch alles können!

  • Wer hat denn den Knopf gedrückt?: Elektronik ist faszinierend. Wenn man etwas drückt, dann geschieht etwas! Seit dieses Prinzip von Traum-Baby entdeckt wurde, will sie alle möglichen Knöpfe drücken. Grundsätzlich habe ich mich daran gewöhnt und schaffe es, die Knöpfe nicht mehr selbst zu drücken. Doch ab und zu kommt es vor, dass Traum-Mami in einem Anflug von geistiger Abwesenheit selbst die Waschmaschine laufen lässt oder die Lifttüre öffnet. Versprechen, dass sie es ganz sicher das nächste Mal wieder machen darf, nützen dann gar nichts.

  • Ich will keine frische Windel: Nein, hier geht es nicht darum, dass die Windel nicht gewechselt werden darf, das Fudi nicht geputzt. Dieses (auch sehr verbreitete) Problem können wir sehr gut umgehen, indem ich Traum-Baby jeweils sage, dass ich die Windeln wechseln will und dann ins Zimmer gehe und warte, bis sie von sich aus kommt. Das dauert oft nur ganz wenige Minuten und in dieser Zeit kann ich in Ruhe auf dem Handy Blödsinn anschauen. Die frische Windel wird erst nach dem Abziehen und Fudi putzen zum Problem. Dann kam es nämlich schon vor, dass meine Tochter unbedingt wieder die verbislete oder sogar gaggiverschmierte Windel anziehen wollte. Eine neue geht auf gar keinen Fall und ist eine absolute Zumutung! Dieser Fall ist für mich am schwersten zu begleiten, weil ich wirklich einfach nicht verstehen kann, warum sie das will! Aber hey, es ist ja alles nur eine Phase und geht irgendwann vorbei

Was sind eure Erfahrungen mit trötzelnden Kinder? Welche Gründe haben bei euch schon zum Weltundergang geführt? Und ganz wichtig, welche Tipps habt ihr, dass die Eltern das ganze ohne eigenen Weltuntergang überstehen?

 

Ich freue mich auf eure Berichte

Traum-Mami

 

 

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